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Ministerpräsident Bodo Ramelow überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

09/2021
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

Rudolf Dadder aus Bad Berka, Hans-Dieter Riel aus Saaleplatte OT Wormstedt, Josef Eib aus Bad Liebenstein und Manfred Siegel aus Steinach werden mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird Ministerpräsident Bodo Ramelow die Ehrung am kommenden Dienstag, 26. Januar 2021, in der Thüringer Staatskanzlei vornehmen.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann es keine feierliche Veranstaltung zur Überreichung der Orden geben. Ministerpräsident Bodo Ramelow wird die zu Ehrenden in der Thüringer Staatskanzlei empfangen und in Einzelterminen die Aushändigung vornehmen. Eine Teilnahme von Medienvertreterinnen und -vertretern ist leider nicht möglich; gern stellen wir aber Fotos zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Bernd Edelmann (bernd.edelmann@tsk.thueringen.de bzw. 0361-57 3211410).

In den Laudationes auf die Ausgezeichneten heißt es u. a.:

 

Rudolf Dadder aus Bad Berka wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für seine Verdienste um den Auf- und Ausbau der sozialen Infrastruktur in Thüringen und den anderen neuen Ländern ausgezeichnet.

Nach der Wiedervereinigung kam der gebürtige Saarländer Rudolf Dadder nach Thüringen, um am Wiederaufbau des Landes mitzuwirken. Sein Lebenswerk ist und bleibt das Trägerwerk soziale Dienste e. V., das er vor 30 Jahren gründete und dessen Vorstandsvorsitzender er bis heute ist. Als anerkannter Träger der Jugendhilfe betreibt der Verein mittlerweile 75 Einrichtungen in 12 Städten und Kreisen in Thüringen und beschäftigt über 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach Thüringen und Sachsen folgten Gründungen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, im Saarland und Bin ayern. Im Jahr 1999 kam das „Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus… gGmbH“ als Tochterunternehmen des Vereins hinzu, das sich seither um die Betreuung älterer und kranker Menschen kümmert.

Das Thema würdevoller Abschied beschäftigt Rudolf Dadder seit langem. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass 2005 das Hospiz in Bad Berka errichtet wurde – als erste Einrichtung dieser Art in Thüringen. Der Gedanke der ambulanten und stationären Hospizarbeit bekam damit einen wichtigen Impuls; wie auch durch die Arbeit der bundesweiten „Arbeitsgemeinschaft Hospiz und Palliativmedizin“, die Rudolf Dadder in den 90ern gegründet hat.

Rudolf Dadder ist weit über den sozialen Bereich hinaus ehrenamtlich engagiert: Sei es als CDU-Politiker in seiner saarländischen Heimat, sei es als Mitglied der Kirchgemeinde in seinem heutigen Wohnort Bad Berka, sei es als Schriftsteller unter dem Pseudonym Florian Russi.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Mit seinen Ideen und seinem ganz persönlichen Einsatz hat Rudolf Dadder ein soziales Fundament in Thüringen gelegt. Viele Einrichtungen und Projekte sind heute fest verankert, und viele Menschen haben eine Perspektive gefunden. Als Kenner des Ostens, Macher mit juristischem Sachverstand und Förderer vieler sozialer Projekte – Rudolf Dadder wird immer mit Thüringen verbunden bleiben.“

 

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Hans-Dieter Riel aus Saaleplatte OT Wormstedt wird mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für herausragende Verdienste um die politische Bildung in Thüringen geehrt.

Hans-Dieter Riel ist als Geschichts- und Sportlehrer am Gymnasium Bergschule Apolda tätig. Dort hat er 1990 das Projekt „Mensch, erinnere, was in Auschwitz dir geschah“ initiiert und seither rund 700 Apoldaer Schülerinnen und Schülern einen Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ermöglicht.

Während der zehntägigen Exkursion soll den jungen Menschen ein Zugang zum Ort eines Staatsverbrechens gegen die Menschlichkeit eröffnet werden. Ihre Eindrücke, die die Schülerinnen und Schüler bei den Führungen im Stammlager und in Auschwitz-Birkenau sowie in den Workshops gewinnen, verarbeiten sie kreativ durch Zeichnungen, Fotos, Videos, Gedichte, Tagebucheinträge oder Musikstücke. Diese werden alljährlich zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar präsentiert.

Hans Dieter Riel hat mit seinem Projekt bereits vielfach öffentliche Anerkennung erfahren. So wurde er von den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und Johannes Rau empfangen. Er erhielt den Einheitspreis 2005 der Bundeszentrale für politische Bildung sowie mehr als 20 weitere Auszeichnungen und erste Plätze bei Wettbewerben. Im Jahr 2017 wurde er mit der „Medaille für besondere Verdienste um die Stadt Apolda“ geehrt.

„Junge Menschen zu bestärken, Widerspruch zu erheben, wo Menschlichkeit missachtet wird, und Zivilcourage zu zeigen, wo Unrecht geschieht - ich bin außerordentlich dankbar für die vielfältigen Initiativen der Schule“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow. „Es ist mir eine große Ehre, Hans-Dieter Riel das Verdienstkreuz am Bande zu übergeben. Mit „Mensch, erinnere, was in Auschwitz dir geschah“ hat er etwas Außergewöhnliches ins Leben gerufen, das historisches Lernen und schulische Erinnerungskultur verbindet. Dass mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler den Ordensvorschlag unterschrieben haben, hat mich sehr beeindruckt und zeigt, welch große Tiefenwirkung das Projekt in drei Jahrzehnten erzielt hat.“

 

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Manfred Siegel aus Steinach erhält die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein jahrzehntelanges vielfältiges ehrenamtliches Engagement.

Das Leben von Manfred Siegel war und ist bis heute von vielfältigem Ehrenamt geprägt – aus großer Verbundenheit zum Sport, zur jungen Generation, zu Heimat und Natur,

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Manfred Siegel Förderer des Sports und des sportlichen Nachwuchses – im Fußball, im Wintersport, in der Leichtathletik, im Schwimmen, vor allem aber im Tischtennis. Bis heute ist er im Sonneberger Ortsteil Blechhammer aktiver Tischtennisspieler und Übungsleiter, der gern sein Wissen und Können an Jüngere weitergibt. Er führt u. a. gewissenhaft die Sportchronik des Tischtennissports in Blechhammer. Außerdem ist er der Gründer des TTC Hasenthal 1995 e. V., dessen Vorsitzender er für viele Jahre war.

Mit ganzem Herzen widmet sich Manfred Siegel der Nachwuchsarbeit – geleitet von inklusivem Denken und Arbeiten. Mit Erfolg: So holte die von ihm betreute Sportlerin Jana Siegel bei den Special Olympics 2007 in Shanghai 2 x Gold und 1 x Bronze. Für seine großen Verdienste um den Sport wurde Manfred Siegel 2013 vom Landessportbund Thüringen die GutsMuths-Ehrenplakette in Silber verliehen.

Das Wirken von Manfred Siegel scheint grenzenlos: Seit 50 Jahren ist er ehrenamtlicher und vielbeschäftigter Pilzberater im Landkreis Sonneberg, und er bietet unentgeltliche botanischen Gartenberatungen in der Region an. Außerdem macht er sich seit 1968 in seinem Heimatdorf Hasenthal als Ortschronist verdient.

Ministerpräsident Bodo Ramelow: „Sportförderer, Pilz- und Gartenberater, Heimatforscher – es gibt nicht viele Menschen, die ein derartig breitgefächertes Wirken vorweisen, die auf 65 Jahre andauerndes Engagement im Dienste unserer Gesellschaft blicken können. Der Bundesverdienstorden ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Es ist mir eine große Ehre, Manfred Siegel diese hohe Auszeichnung zu überreichen.“

 

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Josef Eib aus Bad Liebenstein wird mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein langjähriges Engagement als Vorsitzender der Vertriebenenorganisation „Heimatvertriebene und Vertriebene Südthüringen e. V.“ geehrt.

„Erinnern gegen Vergessen“ ist der Leitgedanke, der Josef Eib seit vielen Jahren bei seiner ehrenamtlichen Arbeit trägt. Nicht nur die Geschichte der eigenen Familie, sondern auch die Schicksale anderer veranlassten ihn, sich nach der Wende um die Belange vertriebener und geflüchteter Menschen zu kümmern.

Seit 1991 ist Josef Eib im Ehrenamt als Vorsitzender der Vertriebenenorganisation „Heimatvertriebene und Vertriebene Südthüringen e. V.“ mit ca. 3.500 Mitgliedern tätig und damit erster Ansprechpartner für die in Südthüringen lebenden Vertriebenen. So ist es sein Verdienst, dass zur Umsetzung des Vertriebenenzuwendungsgesetzes im Altkreis Bad Salzungen Anfang der 1990er Jahre 4.000 Antragsstellungen bearbeitet werden konnten.

Der Verein „Heimatvertriebene und Vertriebene Südthüringen e. V.“ trägt dazu bei, das Gedenken an die Verbrechen der Nazis für die nachfolgenden Generationen wachzuhalten und das Kulturgut ehemals Vertriebener zu pflegen. Die Landesregierung fördert und unterstützt diese Arbeit nach Kräften und in Anerkennung des unschätzbaren Beitrags, den Vertriebene nach dem Krieg beim Aufbau unseres Landes sowie als wichtiger Partner bei der europäischen Einigung und bei der Verständigung mit unseren östlichen Nachbarn geleistet haben.

Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde Josef Eib vielfach geehrt: 2012 mit der Ehrenamtsmedaille des Landrates im Wartburgkreis und der Thüringer Ehrenamtsstiftung sowie 2013 mit der höchsten Auszeichnung unseres Landes – dem Verdienstorden des Freistaats Thüringen.

„Auch 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges ist es wichtig, die Sensibilität gegenüber den Themen Flucht und Vertreibung zu bewahren“, so Ministerpräsident Bodo Ramelow. „Die Arbeit des Vereins „Heimatvertriebene und Vertriebene Südthüringen e. V.“ ist deshalb so unverzichtbar. Es ist mir einen ehrenvolle Aufgabe, Josef Eib die Verdienstmedaille für sein beeindruckendes Lebenswerk zu überreichen.“

 

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