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Stadt Jena benennt Platz nach erstem Opfer des NSU – Ramelow: „Enver Şimşek wird nicht vergessen“

101/2020
Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

In Jena- Winzerla, der Stadtteil aus dem die Haupttäter des Nationalsozialistischen Untergrunds stammen, wird am morgigen Samstag, (19. September 2020, 11 Uhr) ein Platz nach Enver Şimşek, dem ersten Opfer des NSU, benannt. Unter den zahlreichen Gäste, die erwartet werden, ist auch die Familie von Enver Şimşek.

Ministerpräsident Bodo Ramelow, der ein Grußwort halten wird, sagt: „Dieser Platz steht für die ehrende Erinnerung an Enver Şimşek. Er steht aber auch dafür, dass die mörderische Ideologie des Rassismus und des Rechtsterrorismus nicht gebannt sind und dass die Aufarbeitung des NSU-Komplexes längst nicht abgeschlossen ist. Es ist und bleibt mein Ziel, für die Angehörigen der Opfer und alle Betroffenen eine gründliche und größtmögliche Aufklärung zu leisten. Ein Wegsehen darf es nicht mehr geben.“

„Es gilt, sich mit allen Kräften für ein menschenfreundliches Thüringen einzusetzen“, so Ramelow weiter. „Thüringen und Jena bekennen sich zu ihrer besonderen Verantwortung. Hier haben Fanatisierung und Radikalisierung der Täter ihren Ursprung.“ Es sei ein wichtiges Signal, den Opfern im Stadtbild von Jena einen dauerhaften und beständigen Platz einzurichten. „Ein Signal über Ländergrenzen hinweg, das zeigt: Herkunft, Religion, Hautfarbe und Geschlecht dürfen in einem zukunftsfähigen Thüringen keine Rolle spielen. Rassismus und Menschenfeindlichkeit werden wir nicht dulden.“ Besonderer Dank gelte den vielen Initiativen, Institutionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern in Jena, die sich für den Enver-Şimşek-Platz eingesetzt haben. „Mein höchster Respekt und mein festes Versprechen gehen an die Familie Şimşek: Enver Şimşek wird nicht vergessen. Er hat einen festen Platz in Thüringen.“

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