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Vorstellung eines Kooperationsprojektes zwischen den Bildungseinrichtungen der Thüringer Polizei und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora


Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Eine Gedenkstätte wird durch intensive Gedenkstättenarbeit und thematische Auseinandersetzungen lebendig.“

Ministerpräsident Bodo Ramelow besuchte die KZ-Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“

„Aus einer Betriebskette ist Teil eines Vernichtungsprogrammes geworden. Wir müssen uns mit solchen Prozessen auseinandersetzten. Es hat nichts mit Schuldzuweisung an unsere Vorfahren zutun.Eine Gedenkstätte wird durch intensive Gedenkstättenarbeit und thematische Auseinandersetzungen lebendig.

Aus diesem Grund bin begeistert über das Kooperationsprojekt der Bildungseinrichtungen, der Thüringer Polizei und der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora und spreche Ihnen meine Hochachtung aus.“

Ministerpräsident Bodo Ramelow besuchte am Montag, dem 21. Juni, die KZ-Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“ in Nordhausen und informierte sich über das Kooperationsprojekt der Bildungseinrichtungen, der Polizei Thüringen und der „Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora“. Der Termin wurde von Privatdozent und Leiter der Gedenkstätte, Dr. Karsten Uhl, Leiter der Landespolizeiinspektion Nordhausen und Polizeidirektor, Detlev Schum, und Leiterin der Fachhochschule der Thüringer Polizei und Polizeidirektorin, Heike Langguth, begleitet.

Die Ausbildung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst in der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Meinigen beinhaltet seit 2 Jahren als festen Bestandteil Exkursionen zum Thema „Die Rolle der Polizei im Nationalsozialismus“, welche auf Basis eines Kooperationsvertrages in der Gedenkstätte „Mittelbau-Dora“ durchgeführt werden. Im Rahmen dessen besprechen Sozialpädagogen mit angehenden Polizisten speziell das Thema: „Täter - Mitläufer - Opfer“. Polizeihauptkommissar Jens Bönisch thematisiert in diesem Zusammenhang insbesondere aktuelle polizeiliche Geschehnisse, Verhalten bei Veranstaltungen und Fragen zu Einsatztaktiken.

Zudem biete die Landespolizeiinspektion Nordhausen für die Teilnehmer des „Dora-Summer-Camps“ die Möglichkeit einer Besichtigung der Polizeidienststelle und Gesprächen zur Rolle der Polizei. Zum Thema: Antisemitismus wurde mit der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) ein Pilotprojekt für die Thüringer Polizei durchgeführt.

Polizeihauptkommissar Jens Bönisch unterstützt ehrenamtlich die Erstellung von Dokumentationsfilmen mit thematischem Bezug. Der Dokumentarfilm „Colette“ hat beim „BIG SKY Dokumentary 2020“ den ersten Platz belegt. Darüber hinaus wurde er im April diesen Jahres mit dem Oscar ausgezeichnet. Die Geschichte handelt von Colette Marin-Catherine und ihrem Bruder Jean-Pierre Catherine, der aufgrund seiner Tätigkeit für den französischen Widerstand in der Boelke-Kaserne 10 Tage nach seinem 19. Geburtstag verstarb. Am 18.06.21 wurde die Oskar-Preisträgerin im Palais de I’Elysee vom französischen Präsidenten empfangen. Dort wurde ihr posthum für ihren Bruder Jean-Pierre die französische Widerstandsmedaille überreicht. Dem Engagement der Polizeiangehörigen in Nordhausen sei es zu verdanken, dass eine Aussöhnung der Betroffenen mit den damaligen Geschehnissen begonnen wurde. Ministerpräsident Bodo Ramelow dankte insbesondere Polizeihauptkommissar Jens Bönisch für seine ehrenamtliche Tätigkeit.

Mittelbau-Dora steht exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit und der Untertageverlagerung von Rüstungsfertigungen im Zweiten Weltkrieg. Mehr als 60 000 Menschen aus fast allen Ländern Europas, vor allem aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich, mussten zwischen 1943 und 1945 im KZ Mittelbau-Dora Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Jeder dritte von ihnen starb. Heute ist Mittelbau-Dora ein europäischer Lern- und Gedächtnisort.

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