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"Wir dürfen das Geschehene nicht dem Vergessen überlassen.“


Erstellt von Thüringer Staatskanzlei

„Die Enkel müssen sich darum kümmern, dass auch heute hingeschaut wird, was damals geschehen ist. Ich bin froh, dass wir heute noch mit den Zeitzeugen reden können, auch wenn sie immer weniger werden. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe heute für Demokratie einzustehen. Wir dürfen das Geschehene nicht dem Vergessen überlassen. ‚Nie wieder‘ ist eine Aufgabe, die wir nicht einem Museum überlassen dürfen, sondern es muss eine lebendige Form der Auseinandersetzung sein und bleiben.“ - Ministerpräsident Bodo Ramelow in seinem Grußwort zum Gedenken an den heutigen 76. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora im Deutschen Nationaltheater Weimar

Ministerpräsident Bodo Ramelow an der Wand des Vergessens

Am 11. April 2021 erinnern die Thüringer Landesregierung, der Thüringer Landtag und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora gemeinsam an den 76. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora. Nach einer Gedenkveranstaltung im Deutschen Nationaltheater wird es eine Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald geben, an der neben dem Ministerpräsidenten und der Landtagspräsidentin auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen wird. Die Gedenkreden, musikalisches Gedenken, Zeugnis und Vermächtnis von Éva Fahidi-Pusztai, Budapest (Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald) aus dem Deutschen Nationaltheater Weimar sowie die Gedenkreden, Videobotschaften (u.a. von Naftali Fürst, Vorsitzender des Beirates ehemaliger Häftlinge des KZ Buchenwald an der Stiftung) und die Kranzniederlegungen in Buchenwald werden für Sie live übertragen.

https://liberation.buchenwald.de

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird im Nationaltheater die Gedenkrede halten. Die Überlebenden Éva Fahidi-Pusztai (Budapest) und Alex Hacker (Toronto) sendeten bewegende Videobotschaften. Éva Fahidi-Pusztai berichtete: „Mein Leben lang, seit ich entdeckt habe, dass ich nur zu diesem Zweck am Leben geblieben bin, weiß ich, dass ich darüber mein Leben lang reden muss. Reden muss ich vor allem für die Jugendlichen, die keine solchen Erfahrungen gemacht haben. Das wichtigste, was man für die Gesellschaft tun kann, ist, den Hass aus dem gesellschaftlichen Leben zu verbannen“.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, wird in seinem Grußwort, mit Blick auf die Gegenwart in Deutschland, deutlich machen: „Wir erleben zunehmend geschichtsrevisionistische Angriffe auf unsere reflexive Geschichtskultur. Forderungen, einen Schlussstrich unter die Untaten des Nationalsozialismus zu ziehen, werden lauter. Diesen darf es nicht geben! Wir müssen die Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Der Blick auf die NS-`Volksgemeinschaft´ mit ihren verachtenden Ausgrenzungspraktiken und barbarischen Verbrechen zeigt uns, in welcher Gesellschaft wir nicht leben wollen. Völkischen Ideen und Geschichtsrevisionismus müssen wir eine wissenschaftlich begründete Geschichtsauseinandersetzung mit einem klaren humanistischen Kompass entgegensetzen. Das sind wir den Opfern schuldig, das sind wir uns schuldig. Denn die Festigung unserer Demokratie beruht nicht zuletzt auf der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus.“

Bei der anschließenden Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Buchenwald wird Naftali Fürst in seiner Videobotschaft aus Haifa zu den Gästen sprechen: „Wir, die letzten Überlebenden der Hölle, sind in die Jahre gekommen. Wir überwanden die Hürden des Lebens, und nun stehen wir am Ende unseres Weges. Einige von uns erhobenen Hauptes und mit starkem Geist; viele wiederum leider in einem schwierigen Zustand und mit niedergeschlagenem Geist aufgrund der Schäden, die die Vergangenheit angerichtet hat.“

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