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„European Year of Skills“- Talenteförderung


Erstellt von Annelie Zapfe

Pünktlich zu Beginn des „European Year of Skills“ hat die Europäische Kommission eine Mitteilungveröffentlicht, die sich dem Thema Talenteförderung widmet. Um die Auswirkungen des demografischen Übergangs besser bewältigen zu können, will die Kommission die Regionen Europas unter anderem dabei unterstützen, Fachkräfte auszubilden, anzuwerben und an die jeweilige Region zu binden.

Dazu werden insbesondere acht Aktionen entwickelt:

 

  1. So soll dieses Jahr ein Pilotprojekt starten, um Regionen, die mit Hindernissen bei der Talententwicklung konfrontiert sind, dabei zu helfen, Strategien auszuarbeiten, weiterzuentwickeln und umzusetzen. Außerdem sollen geeignete Projekte ermittelt werden, mit denen Fachkräfte ausgebildet, angeworben und gebunden werden können.
  2. Initiative „Intelligente Anpassung der Regionen an den demografischen Übergang“ Regionen mit höheren Abwanderungsraten bei ihrer jungen Bevölkerung sollen unterstützt werden, sich an den demografischen Übergang anzupassen und mithilfe maßgeschneiderter ortsbezogener Maßnahmen in die Talententwicklung zu investieren.
  3. Aus dem Instrument für technische Unterstützung können die Mitgliedstaaten Unterstützung für Reformen auf nationaler und regionaler Ebene erhalten, um mit dem Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und dem Fachkräftemangel umzugehen und auf lokale Markterfordernisse zu reagieren.
  4. Durch die kohäsionspolitischen Programme und interregionale Innovationsinvestitionen werden Innovationen und die Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze gefördert und damit die Chancen verbessert, Talente in den entsprechenden Regionen zu binden und zu gewinnen.
  5. Im Rahmen der Europäischen Stadtinitiative (European Urban Initiative) wird eine neue Aufforderung zur Einreichung innovativer Aktionen veröffentlicht, um unter Federführung von Städten aller Größen mit abnehmender Bevölkerung ortsbezogene Lösungen zur Entwicklung, Bindung und Gewinnung von Fachkräften zu erproben.
  6. EU-Initiativen zur Unterstützung der Talententwicklung werden auf einer speziellen Website aufgezeigt. Interessierte Regionen erhalten so leichter Zugang zu Informationen über EU-Maßnahmen in den Bereichen Forschung und Innovation, allgemeine und berufliche Bildung sowie Jugendmobilität.
  7. Die Regionen können thematische und regionale Arbeitsgruppen zu spezifischen beruflichen oder territorialen Herausforderungen einrichten und so den Austausch von Erfahrungen und Verbreitung bewährter Verfahren anstoßen.
  8. Die analytischen Kenntnisse zur Unterstützung und Umsetzung evidenzbasierter Maßnahmen in den Bereichen Regionalentwicklung und Migration werden weiterentwickelt.

 

 

Die Mitteilung enthält zahlreiche Beispiele für nationale und regionale Initiativen und bewährte Verfahren, mit denen die strukturellen Herausforderungen auf lokaler Ebene angegangen und die Attraktivität der Regionen für Talente gesteigert werden. Um das Lernen voneinander zu erleichtern, arbeitet die Kommission weiterhin mit den nationalen Behörden zusammen und erfasst die von ihnen festgestellten dringendsten demografischen Herausforderungen sowie Beispiele für Strategien und Projekte zur Bewältigung der Auswirkungen des demografischen Wandels.

 

In Deutschland sind Mecklenburg-Vorpommern, Dresden, Chemnitz, Sachsen-Anhalt besonders von dem Rückgang der Arbeitsbevölkerung und fehlender tertiärer Ausbildung betroffen.

 

Thüringen gehört zu einer Gruppe von 46 Regionen, die sich in einer Talententwicklungsfalle befinden. Diese Regionen sind mit einem beschleunigten Rückgang ihrer Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter und einer niedrigen und stagnierenden Zahl von Menschen mit Hochschulbildung zwischen 2015 und 2020 konfrontiert. Auf diese Gruppe von Regionen entfallen 16 % der EU-Bevölkerung. Die meisten dieser Regionen sind weniger entwickelt und haben ein durchschnittliches Pro-Kopf-BIP von 64 % des EU-Durchschnitts. Diese Gruppe von Regionen ist ländlicher als der Rest der EU: 31 % der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten, im Vergleich zu 21 % im EU-Durchschnitt.

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