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Fahrplan für Verbot von gefährlichen Chemikalien


Erstellt von Marleen Haubitz

Am 25. April 2022 veröffentlichte die EU-Kommission einen Fahrplan für das Verbot von gefährlichen Chemikalien. Der Fahrplan ist Teil einer EU-Chemikalienstrategie im Sinne des Europäischen Grünen Deals. Die 2007 entwickelte Chemikalienverordnung „REACH“ soll ab Ende 2022 grundlegend geändert werden und ermöglichen, dass nicht nur einzelne Chemikalien, sondern ganze Stoffgruppen verboten werden können. Dies solle der Praxis der Industrie ein Ende setzen, durch geringe Veränderung in der chemischen Formulierung Verbote zu umgehen. Die tägliche Exposition gegenüber einem Mix aus toxischen Stoffen wird mit zunehmenden Gefahren für Gesundheit, Fruchtbarkeit sowie mit dem Zusammenbruch von Insekten-, Vogel- und Säugetierpopulationen in Verbindung gebracht. Schätzungsweise sind rund 12 000 Chemikalien, die Krebs und Unfruchtbarkeit verursachen, die Wirksamkeit von Impfstoffen verringern und andere gesundheitliche Auswirkungen haben, in alltäglichen Konsumgütern und gewerblichen Produkten weit verbreitet, u. a. auch in Babywindeln, Schnullern, Kleidung und in Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Der Verbotsprozess soll innerhalb der nächsten zwei Jahre beginnen. 5 000 bis 7 000 Chemikalien, darunter alle Flammschutzmittel, Bisphenole, PFAS und PVC-Kunststoffe sollen möglichst bis 2030 verschwunden sein, so das Europäische Umweltbüro (EEB). Es handelt sich dabei um die größte jemals erlassene Maßnahme zur Beseitigung zugelassener Chemikalien. Während Umweltverbände die Pläne befürworten, bemängeln Vertreter der Chemieindustrie, dem viertgrößten Wirtschaftszweig in der EU, den hohen bürokratischen Aufwand und die damit einhergehenden Kosten. Sie fordern eine gründliche Überarbeitung des Vorhabens, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche nicht zu gefährden.

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